Winterpause

Liebe Gäste,

es ist alles im Lot, der Friesenhof hat Winterpause, und wir genießen die ruhige Zeit.

Rohde Senior lässt es sich auf einer Atlantiküberquerung gutgehen, und ich mache kleine Stippvisiten in verschiedenen Hotels, um mich inspirieren zu lassen für unsere etwas umfangreichere Renovierung.

Im Zuge der Erneuerungen stellen sich mir viele Fragen, wie zum Beispiel, wie wichtig Nachhaltigkeit auch in der Hotelbranche ist, und wie man diese Maßnahmen umsetzt, bzw. inwieweit man dieses wichtige Thema berücksichtigt.

Ich sehe sehr schöne Hotels, die komplett durchdacht sind. Gerade diese Woche war ich in einem familiengeführten Hotel, in dem der Gast ein echtes Rundum-Paket bekommt. Das Grundstück ähnlich groß wie unseres, und bautechnisch komplett genutzt. Jeden Tag arbeiten 120 Kräfte für das Wohl des Gastes. Ich fand’s toll und beeindruckend! Jedoch kam ich irgendwie nicht zur Ruhe… Was mir fehlte, war im Nachhinein das Quäntchen Langeweile, das einen dazu bringt, sich zu entspannen.

Der Wellnessbereich war riesig und wunderschön, aber es gab einfach so viele Möglichkeiten des Entertainments, dass ich irgendwie nicht relaxen konnte.

Solche Erfahrungen ermuntern mich dazu, z.B. unsere große Wiese nicht zu bebauen, sondern Bienchen und Blümchen sich selbst zu überlassen. Ganz einfach im Strandkorb liegen und über sich die Wolken ziehen zu sehen, einen Spaziergang mit nackten Füßen über’s Gras machen, einfach mal ins Gras legen und sich mit der Erde verbunden fühlen.. Klingt so esoterisch, aber ist es nicht was ganz Normales? Kinder tun es doch auch. Ich gehe gerne barfuß vom Strand über die Straßen nach Hause. Oder wenn es nachts ganz dunkel ist, gehe ich auf die Wiese und schaue in den riesigen Sternenhimmel. Ein bisschen gruslig ist es anfangs, weil sich die Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen müssen, aber wann geht man schonmal bewusst in die Dunkelheit? Für Großstädter, die ständig von Licht umgeben sind, kann das eine besondere Erfahrung sein.

Gerade lese ich Bücher zum Thema Minimalismus im Alltag. Auch da stellt sich die Frage: Will der Hotelgast minimalistischen Urlaub machen, oder fährt er gerade deshalb weg, weil er Amüsement und Ferien vom Ich braucht? … „Minimalismus“ klingt cool – „Verzicht“ eher bedrohlich. Es ist aber das Gleiche. Wir sind darauf getrimmt, anzuhäufen und nach mehr zu streben. Können wir uns das abtrainieren? Ich schwanke oft zwischen: .. will ich unbedingt haben, gönne ich mir jetzt! und: wozu? Eigentlich brauche ich es nicht..! Denn hat man durchschaut, dass Besitz und Macht nur kurzfristig glücklich machen, kann man sich öffnen für “weniger”. Ballast abwerfen macht leicht, frei und öffnet neue Horizonte.

Der Mix macht’s – und somit werde ich weiter austüfteln, worauf unsere Gäste verzichten „dürfen“, um zu spüren, wie reich das pure Sein sein kann.

Fliegenpilze

Sind die nicht süß? Ganz neu bei uns im Garten: Fliegenpilze! Kamen letzte Woche spontan aus dem Boden geschossen und sind jetzt ein gefragtes Fotoobjekt.

Übrigens: Fliegenpilze galten einst als Delikatesse. Allerdings nur ohne die rote Haut. Denn die ist bei Verzehr verantwortlich für Schwindel, Halluzinationen und einen starken Rausch .. Wie es wohl dem Karnickel geht, das den Pilz hinten links angenagt hat .. ?

Schöne Ostertage

Wooow, hatten wir je so sonnige, warme, wunderschöne Ostern?! Es war wie Hochsommer mit einer angenehm leichten Brise aus Nord-Ost. Heute am Dienstag nach Ostern ist der Himmel auch wieder strahlend blau, nun aber mit ordentlich Wind aus Ost. Windjacke an – Syltwetter, wie man es kennt 🙂

Vielen Dank, liebe Gäste, für diesen tollen Saisonauftakt!

Auf die Straße

Am Karsamstag gingen ca. 300 Sylter auf die Straße – es gab eine Demo! Vielleicht die erste Demo auf Sylt? Zumindest war es meine erste Demo, und ich bin stolz und froh, mitzumachen.

Der Grund: Wenningstedt besitzt wichtiges Kulturgut – ein 5000 Jahres altes Grab, das unter einem Hügel liegt und mit den großen Steinen, die als Grabkammer dienen, eine kleine Attraktion ist. Etwas eng da drin, aber sehr interessant. Besonders die großen, schweren Steine und die Konstruktion des Ganzen sind beeindruckend.

Das Grab befindet sich direkt neben unserer Wenningstedter Friesenkapelle und lässt sich auf einer Tour durch den Ort richtung Kampen und Wäldchen gut mit besichtigen.

Neben dem Denghoog steht ein Haus in toller grüner Lage, das Lisa, einer alten Dame, gehörte, die letztes Jahr gestorben ist. Lisa war eine liebe, kleine Frau, die sich aufopfernd um andere kümmerte. Jeden Morgen kam Sie mit dem Fahrrad und besuchte meine Oma, die im Friesenzimmer saß und ihr Marmeladenbrötchen (oder Quittengelee -selbstgemacht) frühstückte. Sie unterhielten sich ein paar Minuten, Lisa wollte keinen Kaffee, nahm sich aber immer ein Bonbon an der Rezeption. Manchmal kam auch Ebba, und man hörte die alten Damen miteinander lachen. Dann nahm Lisa ihr Fahrrad und ging weiter.

Heute führt meine morgendliche Gassirunde an Lisas Haus vorbei, und immer genieße ich den Anblick und die Ruhe dieses Ortes zwischen Kirche und Friedhof. Es ist nicht mehr wirklich gepflegt, da es nun schon länger leer steht, aber es ist umringt von Grün, vielen Bäumen und hat einen besonderen Charme.

Nun das Problem: Dieses Haus soll nun abgerissen und durch vier Hausteile ersetzt werden. Laut wenningstedter B-Plan darf groß gebaut werden, inkl. 3 Meter Unterkellerung und 8 Parkplätzen!

Vorbei mit idyllischer Romantik und im schlimmsten Fall auch mit dem Denkmal. Denn der Denghoog ist in Gefahr – die 5000 Jahre alte Grabkammer könnte Schaden nehmen beim Bau mit schwerem Gerät, im schlimmsten Falle einstürzen….

Momentan fährt dort kein Auto, ab dann wird es eine Zuwegung geben, direkt vorbei am Denkmal. Baufahrzeuge und die Autos der neuen Gäste werden sich dann an Kirche und Grabstätte vorbeischieben.. Kein schöner Gedanke…

Die Sölring Foriining schreibt: “Die Erschütterung durch das Ausheben des geplanten Kellers unmittelbar neben dem Denkmal birgt aus unserer Sicht das Risiko, dass sich die tragenden Steine des Ganggrabes verschieben könnten. Diese und der ca. 20 Tonnen schwere Deckenstein der Grabkammer sind mit einem Geschiebe aus Quarzit, Gneis und Granit ummantelt, das wiederum von einer gelben Sandschicht und grauer Erde bedeckt ist. Dieser Mantel besteht aus etwa sieben Lagen plattiger Steine, die mit Klei verbaut wurden und wie vermörtelt liegen. So beschreibt es der ehemalige Leiter des Archäologischen Landesamtes, Professor Reichstein, nach seiner im Jahre 1981 erfolgten Grabung am Denghoog. Die Verschiebung des Mantels und der Sandschicht können eine unmittelbare oder spätere Wirkung auf die tragenden Steine des Grabes haben und hätten eine Schließung des Denghoog zur Folge.”

Immerhin konnte bis jetzt erreicht werden, dass die Zuwegung zum Grundstück von der Gemeinde untersagt wurde. Die Sölring Foriining ging gegenan, da sie bei der Änderung des Bebauungsplanes 2012 nicht mitbedacht wurde. So herrscht momentan ein Baustopp. Doch die Investorengemeinschaft wird klagen und alle Mittel für den Neubau einsetzen. Sie hatte schon versucht, sich die Zuwegung mit sechsstelliger Summe zu erkaufen. Zum Glück vergebens.

Deshalb sammeln wir Unterschriften – gegen eine Bebauung, die unserem Denkmal schaden könnte. Bitte machen Sie mit, helfen Sie der Insel im Kampf gegen den Ausverkauf. Nachfolgend der Link zur Onlinepetition.

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-das-steinzeitgrab-denghoog-geplanter-neubau-gefaehrdet-5-000-jahre-altes-sylter-denkmal

Saisonstart 2019

Liebe Gäste,

in 9 Tagen ist es soweit – wir öffnen das Hotel für die Saison 2019. Die Wetterprognose für Ostern ist sehr gut, Sonne satt! Zwei Doppelzimmer und Ferienwohnungen haben wir noch frei, schauen Sie in unsere Angebote. Wir freuen uns auf Sie!

Liebe Gäste,
hier ein paar Bilder von Sylt im Dezember.
Gestern morgen wurden wir mit diesem herrlichen Sonnenaufgang und Sylt mit Zuckerguss verwöhnt. Die Nacht zuvor hatte es geschneit.
Heute ist alles schon wieder getaut und draußen gewohnt neblig feucht. Ein typischer Wintertag im Norden.

An solchen Tagen frage ich mich, wie es den Friesen vor 200 Jahren erging. In ihren kleinen Reetdachhäusern. Dunkel, kalt, einsam.. Denn die kalte Jahreszeit ist lang hier im Norden..
Mit diesen Gedanken bin ich umso dankbarer für meine Heizung und die ganzen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben.
Mein Vorsatzvorschlag für 2019: Genießen, was wir haben; schützen, was wesentlich ist – für uns und unsere Nachkommen.
Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen fabelhaften Rutsch ins neue Jahr!