Unser schöner Garten

Bin eben durch den Garten geschlendert. Ich liebe wirklich jede Jahreszeit und besonders die späte Erntezeit!

Meine Oma hat uns jedes Jahr mit ihrem Quittengelee gequält. Der Hausmeister wurde mit der Ernte auf Trab gehalten, meine Oma brauchte mentale Unterstützung und viel Anerkennung bei der Produktion, und meist war das Gelee dann zu flüssig..

Dieser Quittengeruch aber ist so schön. Und irgendwie mag ich diese Einkochtradition. Ich glaube, im nächsten Jahr starten wir einen Versuch. Ohne großes Brimborium, einfach machen .. Schön Bio – Marmelade zum Verschenken an die Gäste. 🙂

Da ist er – der Herbst

Liebe Gäste,

nun ist der Herbst schon da. Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut und Sie kommen gesund und zuversichtlich durch diese besondere Zeit. Gerade las ich, dass Saturn und Jupiter im Dezember für 20 Jahre aus dem Steinbock in den Wassermann wechseln (oder so), und dass nun eine neue Zeitqualität beginne. Ich kenne mich nicht gut aus mit den Sternen, aber dieser Artikel gefiel mir. Denn Wassermann stehe für Kreativität, Zusammensein und Leichtigkeit. Die Steinbockjahre waren wohl geprägt durch viel Arbeit, Ehrgeiz und eine gewisse Engstirnigkeit. Schön, wenn Horizonte sich öffnen und die Menschen wieder zusammenfinden, statt zu konkurrieren.

In zwei Wochen gehen wir in den Wintermodus. Diese Saison war kurz und irgendwie crazy. So viel los, so viele Regeln und Besonderheiten. Unser Team hat alles unglaublich souverän umgesetzt, und auch die Gäste sind kooperativ und glücklich, überhaupt auf unserer schönen Insel sein zu können.

Wir hatten einige größere Umbaupläne für den Winter, lassen uns nun aber noch Zeit. Beobachtungsmodus, sich zurücknehmen und die Dinge von Zeit zu Zeit sich selbst entwickeln lassen. Dann wird es gut.

Anbei ein paar Herbstbildchen.

Liebe Grüße!

Saisonstart 2020

Liebe Gäste,

was für ein Start in die Saison 2020.. Statt Ostern ging es für uns aus bekannten Gründen erst ab Mitte Mai los.

Nach zwei Monaten Lockdown wurden recht plötzlich ab 18. Mai die Türen für Syltgäste wieder geöffnet. Einige Zeit vorher durften schon die Zweitwohnungungsbesitzer ihre Wohnungen auf den Inseln besuchen. Wir hatten erwartet, dass wohl erst die Ferienwohnungen und später die Hotels öffnen dürfen, aber es passierte dann doch alles auf einmal. Ich weiß nicht, ob  die Autoverladung je so voll war. Ab 6 Uhr staute es sich am Montag kilometerweit in Niebüll. Aber egal – alle waren happy!

Tage vorher haben wir fleißig an Hygienekonzepten gefeilt, und hatten keine Ahnung, ob das alles so klappt.. Doch toi toi toi – Gäste, Gastronomen und Hoteliers machen das Beste aus der Situation, und es hat sich alles angenehm eingependelt.

Und alle paar Wochen gibt es eine Lockerung, sodass wir z. B. die Sauna nun endlich wieder (zur Einzelnutzung) anbieten dürfen.

Der Lockdown auf Sylt war eine interessante Zeit. Das Wochenende vor der Sperrung des Hindenburgdammes war Sylt unglaublich gut gefüllt. Es war Mitte März, das Wetter eher schlecht, und trotzdem kamen jede Menge Gäste, deren Kinder soeben erteilte „Coronaferien“ genossen.

Nun hieß es aber plötzlich: Alles müssen runter von der Insel. Und plötzlich war es leer. So leer wie viele Jahrzehnte nicht.

Man musste sich erst einmal berappeln und mit der neuen, unsicheren Situation klarkommen. Wie lange bleibt das so? Hat der letzte Gästeansturm das Virus auf die Insel gebracht? Wird das Krankenhaus überfüllt sein? Wann dürfen wir wieder Geld verdienen? Wieviele Betriebe werden diese Zeit finanziell nicht überleben?

Fragezeichen in den Gesichtern, aber die Not schweißt die Menschen zusammen. Wir Sylter waren wie eine große Familie, die sich dem Müßiggang hingibt und kleine Pläusche an der Supermarktkasse genießt. Es gab dieses große Thema, die Ruhe und viele herzliche “Moins”.

Ich habe in dieser Zeit doch einiges entdecken dürfen. Deutlich gespürt habe ich, was mir wichtig ist, um Zufriedenheit zu empfinden. Mir hat dieses einfache Leben hier inmitten der Natur, mit ein paar nahen Menschen und routinierter Arbeit auf einmal total gereicht. Was ich nicht vermisst habe, waren Dinge wie Shoppen, ständig unterwegs sein und viele neue Reize von außen bekommen. Stattdessen wurde ich ohne Wecker morgens von den Piepmätzen da draußen geweckt, habe nach dem Aufstehen Yoga gemacht und mich dann ein paar Stunden meiner Arbeit gewidmet. Später standen große Spaziergänge und jeden Tag mind. 30 Min. Sport an. Schön, auch mal wieder mit meinem Vater die Insel zu entdecken. Wir sind durch die Kersig-Siedlung in Hörnum spaziert, waren in der Vogelkoje in Kampen oder haben die Ziegenherde am Flugplatz besucht. Besonders schön auch das Wäldchen ganz versteckt in Morsum…

Abends ein netter Krimi und dann schön ins Bett.

Es war herrlich, und ich behalte diesen ruhigen Rythmus so gut es geht bei.

Auch den Gästen merkt man ein Stück mehr Ruhe an. Sie genießen die Natur hier und “müssen” nicht ständig unterwegs sein, um was zu erleben. Es geht ja auch nicht – die Abstandsregeln und teilweise noch geschlossenen Freizeiteinrichtungen tragen ihren Teil dazu bei. Aber wer weiß, vielleicht bleiben wir auch in Zukunft in diesem wunderbar entspannten Modus 🙂

Sylt bei Sonnenschein

Herzliche Grüße aus der Abgeschiedenheit mit ein paar Eindrücken vom leeren Sylt bei Sonne satt. Es ist schön hier so einsam am Strand zu spazieren, einfach schön. Jedoch – so langsam vermissen wir Sie sehr! Ohne Gäste ist es nicht das Sylt, welches wir kennen und lieben.

Niels Rohde – Geschichten von früher: “Inselleben”

Inselleben

Unsere Insel scheint in einen Dornröschenschlaf verfallen, die Straßen sind leer wie nie und die Stille schön und manchmal bedrückend. Nicht auszudenken, wenn jetzt statt des guten Wetters jeden Tag auch noch Nieselregen herrschte…..

Meine Gedanken schweifen zurück in die 50er Jahre als es noch beschaulich zuging. Meine Großmutter sagte später, daß 1957 ihre erste ertragreiche Saison gewesen war.

Ab 1932 führte meine Familie in Wenningstedt den “Friesenhof”, den einzigen Gasthof im Ort. Die Saisons waren kurz; wir Kinder konnten unbeschwert auf dem  Dorfteich mit unseren selbstgebauten Flößen schippern oder im Osetal Schlachten gegen die Kampener Jungs austragen. Karge aber schöne Zeiten…

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Unsere Gaststätte hielt das ganze Jahr geöffnet, ab und zu war auch der Saal in Betrieb- Biikebrennen, Petritag, zum Feuerwehrball. Ansonsten gestaltete sich der Winter recht still im Gasthof, Ruhetage gab es nicht, die ganze Familie beschäftigte sich von morgens bis abends im und am Hause. 

Die Hühner gackerten und verlangten ihre Körner, das Schaf mußte gemolken, die zwei Schweine gefüttert und die Öfen mit Koks beheizt werden. 

Meine Mutter beschäftigte sich in der Küche und hatte ein Ohr auf die Gaststätte. Unsere Mahlzeiten nahmen wir zusammen in der großen Küche ein. Meine Großmutter Anna Rohde war die einzige, die Butter aß, wir anderen mußten uns mit Margarine begnügen. 

Oft kamen lediglich wenige Dorfbewohner am Tag herein. Und die holten sich vielleicht nur Zigaretten oder bestellten eine Tasse Kaffee. Für diese Tasse Kaffee wurde eine handvoll Sprickel aus dem Korb unter dem kleinen Winterofen auf die Glut gelegt und Wasser aufgesetzt. 

Ein Lot Kaffee (übrigens 60 Bohnen) mahlten wir mit der Hand, schütteten ihn in den kleinen Rundfilter auf das angefeuchtete Filterpapier und füllten mit kochendem Wasser auf. Danach wurde der Kaffee noch einmal in den Filter zurückgegeben und lief ein zweites Mal durch. Und das alles für 1,30 DM. 

Ich saß vorn in der kleinen Stube an dem großen weißen Kachelofen gemütlich  über meine Schularbeiten gebeugt. Hier machten es sich auch die wenigen Gäste bequem. 

Am Ende des Winters wurde es unruhig im Friesenhof: Frühjahrsputz! Alle Polstersessel schleppten wir raus und klopften und bürsteten sie gründlich. Die roten Kokosläufer wurden auseinandergetrennt, draußen im Schnee und über der Teppichstange gereinigt und mit der Rundnadel wieder zusammengenäht. 

Unser treuer Oberkellner Fiete Maibom aus Wilster traf ein. Wenn der Zug am nahen Inselbahnhof hielt stand er in seinem ewigen dunklen Anzug vor der Tür und nickte den wenigen anreisenden Badegästen zu. Vom Bahnhof aus gesehen waren wir das “1. Haus am Platze”. 

Selten fuhr ein Auto, manchmal ein DKW Tempo Dreirad, vorbei. Man hörte es schon bei der S-Kurve aus der Kampener Richtung mit mäßiger Geschwindigkeit näher kommen, wir guckten raus, wer es wohl war, und  es brummte leiser und leiser, bis es an der Wenningstedter Kreuzung Richtung Westerland verschwand.

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Dann war da wieder diese Stille, damals kannten wir es nicht anders, und heute, in den Zeiten des Coronavirus, meinen wir, sie gar nicht aushalten zu können. Wir sind wieder auf uns selbst zurückgeworfen. Bei aller Sorge sollten wir diese Ruhe auf der Insel genießen – sicher werden eines nicht so fernen Tages wieder viele Gäste mit ihren Autos die Insel stürmen und die Kassen klingeln lassen…..

Niels Rohde

Sylt – Menschenleer

Liebe Freunde, liebe Gäste,

ich hoffe, es geht Ihnen gut!
seit Tagen strahlt der Himmel in einem klaren Blau – unglaublich schön.

Unsere Insel ist leer, so leer wie sehr sehr lange nicht. Nur Menschen mit erstem Wohnsitz oder welche mit sylter Arbeitsvertrag dürfen über den Damm.

In den vergangenen Tagen überschlugen sich die Ereignisse, immer neue Meldungen erreichten uns. Nachdem die Schulen im ganzen Land nach und nach geschlossen wurden, dachten sich viele, sie nutzen die Zeit und fahren in die Urlaubsgebiete. Sylt war voll letztes Wochenende!

Die Gemüter erhitzten sich, und dann hieß es am Sonntag um 16.30 Uhr plötzlich: „Die nordfriesischen Inseln werden gesperrt für Touristen. Bitte alle nach Hause – ab Montag, 6 Uhr, kommt kein Gast mehr rüber.“
Nach und nach reisten die meisten ab. Einige blieben einfach, doch die Polizei fuhr rum und verwies Touristen der Insel.
Auch ich musste Gäste, die bei uns wohnten und Geburtstag feiern wollten, nachdrücklich bitten zu gehen. Das tat weh, muss ich sagen. Es ist natürlich besser so und von ganz oben vorgegeben. Jedoch ist es meine tägliche Freude, Gästen einen schönen Urlaub zu bescheren, und zudem werden wir mindestens einen Monat kompletten Verdienstausfall haben. Der Damm ist gesperrt bis 19.4., alle Hotels mussten schließen, und uns Gastgebern wurde vorgegeben, dass alle Gäste, die für diesen Zeitraum gebucht hatten, kostenfrei stornieren dürfen.

Im kommenden Herbst/Winter haben wir vor, den Friesenhof richtig schön zu renovieren. Ich hoffe, es klappt alles trotz dieser überaus schwierigen Situation. Daher buchen Sie schnell neu, buchen Sie um, kommen Sie zu uns. Drücken Sie die Daumen, dass wir Sie bald wieder empfangen und unseren Saisonstart, der, seitdem es den Friesenhof gibt, Ostern ist, ganz bald nachfeiern können.

Aber vor Allem: Bleiben Sie gesund!